OECD Multilingual Summaries

Greening Household Behaviour

Summary in German

Cover thumbnail
Die komplette Publikation finden Sie unter:
10.1787/9789264181373-en

Förderung umweltgerechten Verhaltens der privaten Haushalte

Zusammenfassung in Deutsch

  • Unsere persönlichen Verhaltensweisen und Entscheidungen im Alltag, von dem, was wir essen, bis hin zur Frage, wie wir zur Arbeit kommen oder unsere Wohnungen heizen, haben wesentliche Auswirkungen auf die Umwelt. Diese Auswirkungen dürften sich in den kommenden Jahren verstärken, wenn keine größeren und gezielteren Politikanstrengungen unternommen werden. Wie sollten die staatlichen Stellen reagieren? Wir müssen unsere Bemühungen intensivieren, Wachstumsstrategien zu entwickeln, die umweltfreundlichere Lebensstile und Konsumgewohnheiten bewirken und fördern.
  • Dieser Bericht – der auf der 2011 durchgeführten Erhebung „Environmental Policy and Individual Behaviour Change“ (EPIC) beruht – hilft den Regierungen dabei, das Verhalten der privaten Haushalte in fünf Schlüsselbereichen besser zu verstehen: Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Verkehrsmittelwahl, Nahrungsmittelkonsum sowie Abfallaufkommen und Recycling. Nach der ersten – 2008 durchgeführten – Studie wurden in dieser Erhebung Daten von über 12 000 privaten Haushalten in Australien, Kanada, Chile, Frankreich, Israel, Japan, Korea, den Niederlanden, Spanien, Schweden und der Schweiz erhoben. Darüber hinaus werden darin Politikmaßnahmen zur Förderung umweltverträglichen Verhaltens auf Haushaltsebene identifiziert.

Die Erhebungsteilnehmer lassen sich im Hinblick auf ihre Einstellung gegenüber ökologischen Belangen in drei Hauptgruppen einteilen: a) „ökologisch Motivierte“, die glauben, dass Opfer erforderlich sein werden, um die Umweltprobleme zu lösen, b) „Umweltskeptiker“, die glauben, dass Umweltprobleme oftmals übertrieben dargestellt werden, und c) „Technologieoptimisten“, die glauben, dass die Umweltprobleme zwar wirklich vorhanden sind, technologische Innovationen jedoch eine entscheidende Rolle dabei spielen werden, diese zu lösen.

Allen diesen Gruppen müssen die Regierungen überzeugende Beweise dafür vorlegen, dass nicht nur Verhaltensänderungen erforderlich sind, um die Herausforderungen knapper Ressourcen und des Klimawandels zu bewältigen, sondern dass es auch auf die Entscheidungen der einzelnen Haushalte ankommt, vom Recycling bis zur Wahl öffentlicher Verkehrsmittel. Und wo die Menschen willens sind, ihr Verhalten zu ändern, müssen die Regierungen Politikmaßnahmen bereithalten, um ihnen dabei zu helfen. Sie müssen ferner die Lücke zwischen den guten Absichten der Menschen und ihrem tatsächlichen Verhalten berücksichtigen.

Die Ergebnisse der Erhebung verstärken die Notwendigkeit, die richtigen wirtschaftlichen Anreize zu setzen, um die Entscheidungen der Menschen zu beeinflussen. Im Einklang mit der Erhebung von 2008 unterstreichen die Ergebnisse der Erhebung von 2011 die wichtige Rolle, die die Einstellung zu Umweltfragen als Bestimmungsfaktor für das Verhalten spielt. Die Menschen werden keine Anstrengungen unternehmen, um sich umweltfreundlich zu verhalten, wenn sie keine echte Veranlassung dazu sehen. Darüber hinaus ist in Bereichen wie Energie, Wasser und Personenverkehr die Aufstockung des Dienstleistungsangebots und der Infrastruktur von entscheidender Bedeutung. Man kann sein Auto nicht zu Gunsten öffentlicher Verkehrsmittel aufgeben, wenn keine dorthin fahren, wohin man sich begeben muss, oder zu saubererer Energie wechseln, wenn es kein entsprechendes Angebot gibt. Und für bestimmte Haushaltsgruppen, die sich kein umweltfreundlicheres Verhalten leisten können, könnten Zuschüsse in Betracht kommen. Zur Erzielung wünschenswerter Verhaltensänderungen ist daher die Kombination verschiedener Instrumente erforderlich.

Kernaussagen

Es besteht eine bedeutende ungedeckte Nachfrage der privaten Haushalte nach Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Rund 60% der Befragten wären bereit, einen Aufpreis für entsprechenden Strom zu zahlen, während 45% ihr Interesse an differenzierten Tarifen für erneuerbare Energien bekundeten, wenn ihnen diese Option zur Verfügung stünde.

Die meisten Befragten in den einzelnen Ländern sparen auf die eine oder andere Weise Energie. Allerdings gaben 40% der Befragten an, dass sie Elektrogeräte mit Stand‑by‑Funktion „manchmal“ oder „nie“ vollständig ausschalten. Im Durchschnitt sparen Haushalte mit höheren Einkommen seltener Energie.

Wassergebühren, die auf der Grundlage des Wasserverbrauchs erhoben werden, erhöhen die Bemühungen der privaten Haushalte, Wasser zu sparen, was sowohl für die entsprechenden Investitionen als auch für das Alltagsverhalten gilt.

Den Regierungen kommt eine wichtige Rolle dabei zu, Investitionen der privaten Haushalte in Energieeffizienz zu fördern. Die Haushalte gaben an, dass sie für rd. 16% der in der Erhebung erfassten energieeffizienzbezogenen Investitionen staatliche Unterstützung erhielten.

Energieeffizienzkennzeichnungen spielen ebenfalls eine Rolle bei der Reduktion des Stromverbrauchs. Haushalte, die Energieeffizienzlabel für Haushaltsgeräte erkannten, hatten im Durchschnitt eine um 6% niedrigere Stromrechnung als Haushalte, die die entsprechenden Label nicht erkannten.

Die erklärte Bereitschaft, einen höheren Preis für den Erwerb von Elektroautos zu zahlen, ist hoch, wobei der tatsächliche Besitz solcher Fahrzeuge jedoch nach wie vor sehr gering ist. Für zusätzliche staatliche Investitionen in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur gibt es den Angaben zufolge breite Unterstützung.

Die durchschnittlichen Ausgaben der privaten Haushalte für frisches Bioobst und ‑gemüse variieren den Angaben zufolge zwischen den einzelnen Ländern und reichen von 13‑35% der Gesamtausgaben für Produkte aus biologischem und konventionellem Anbau.

In Bezug auf die Erkennung der Kennzeichnungen und das Vertrauen in diese bestehen zwischen den einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede. So schwankte etwa das Vertrauen in das neue Biosiegel der Europäischen Union für Lebensmittel unter den Befragten, die dieses erkannten, zwischen 47% (Schweden) und 83% (Niederlande).

Das Abfallaufkommen ist bei Haushalten, deren Gebühren sich nach dem Volumen oder dem Gewicht richten, in der Tendenz um 20‑30% geringer. Die beiden Politikmaßnahmen, die die Befragten im Hinblick auf das Abfallaufkommen am stärksten befürworteten, beziehen sich auf die Abfallvermeidung: Demnach sollten die Einzelhändler zur Verwendung von weniger Verpackungsmaterial angehalten werden und die privaten Haushalte zum Kauf von Produkten mit geringerem Verpackungsanteil.

In allen sechs Ländern, die an beiden Erhebungsrunden teilnahmen, erhöhte sich der Anteil der Befragten deutlich, die der Ansicht waren, dass Umweltprobleme vorrangig durch die künftigen Generationen gelöst werden sollten, auch wenn die älteren Befragten der Auffassung waren, dass diese Aufgabe ihnen zufalle als der Generation, die die heutigen Probleme verursacht hat.

Empfehlungen

Maßnahmen, die umweltfreundlicheren Entscheidungen der Verbraucher Vorschub leisten, z.B. Infrastrukturinvestitionen (etwa in öffentliche Verkehrsmittel oder Recyclingdienstleistungen), sind wichtige Ergänzungen von Maßnahmen, die umweltbewusste Kaufentscheidungen günstiger machen.

Bedarfsorientierte Zuschüsse für Investitionen in die Erhöhung der Wassereffizienz könnten ein wichtiges Mittel zur Verbesserung des Wasserschutzes darstellen.

Haushalte, die zur Miete statt im Eigenheim wohnen, investieren weniger finanzielle Mittel in Wassereffizienz. Programme zur Erhöhung der Investitionen in wassersparende Anlagen bzw. Geräte seitens der Mieter könnten eine sinnvolle Möglichkeit zur Lösung dieses Problems darstellen.

Der Stromverbrauch der privaten Haushalte ist nicht von der Höhe des Haushaltseinkommens abhängig. Dies bedeutet, dass höhere Energiepreise, sofern sie nicht von zusätzlichen Politikmaßnahmen begleitet werden, wahrscheinlich negative Wohlfahrtseffekte auf Niedrigeinkommenshaushalte haben würden, ohne den Verbrauch nennenswert zu senken.

Die Intensivierung öffentlicher Informations‑ und Bildungskampagnen ist von entscheidender Bedeutung, um das Bewusstsein der privaten Haushalte für die Kosten und Gebühren (z.B. für die Abfallsammlung oder den Wasserverbrauch) zu erhöhen und den Kenntnisstand über den Klimawandel zu verbessern.

© OECD

Übersetzung durch den Deutschen Übersetzungsdienst der OECD.

Die Wiedergabe dieser Zusammenfassung ist unter Angabe der Urheberrechte der OECD sowie des Titels der Originalausgabe gestattet.

Zusammenfassungen in Drittsprachen enthalten auszugsweise Übersetzungen von OECD-Publikationen, deren Originalfassungen in englischer und französischer Sprache veröffentlicht wurden.

Sie sind unentgeltlich beim Online-Bookshop der OECD erhältlich unter Bookshop www.oecd.org/bookshop

Wegen zusätzlicher Informationen wenden Sie sich bitte direkt an die OECD Rights and Translation Unit, Public Affairs and Communications Directorate unter: rights@oecd.org oder per Fax: +33 (0)1 45 24 99 30.

OECD Rights and Translation unit (PAC)
2 rue André-Pascal, 75116
Paris, France

Besuchen Sie unsere Website www.oecd.org/rights

OECD logo

Die komplette englische Fassung erhalten Sie bei OECD iLibrary!

© OECD (2013), Greening Household Behaviour, OECD Publishing.
doi: 10.1787/9789264181373-en

Valid XHTML 1.0 Strict